separat abgeschlossene Wohneinheit, in der 1. Etage
Wohn/Schlafraum
Duschbad
Einbauküche
Parkplatz
Hof
Service (gegen Gebühr)
Lakshmi
Die Göttin der Erde, von Schönheit, Glück und Reichtum, die Gemahlin von Vishnu. Lakshmi Göttin der Fruchtbarkeit symbolische Dimensionen einer Göttin im Nordwesten Orissas Die Göttin Lakshmi in einer konventionellen, indischen Darstellung
Keine andere Gottheit ist in ähnlicher Weise gegenwärtig und wird mit derartigem Aufwand und solcher Hingabe von den Frauen verehrt wie Lakshmi. Mit der Göttin Lakshmi möchte ich die wahrscheinlich wichtigste Göttin der Aghria, einer in Stammesgebiete eingewanderten Bauernkaste im Nordwesten Orissas, vorstellen.
Lakshmi gilt als Göttin des Reichtums, des Wohlstandes, aber auch der Schönheit. Sie erscheint einerseits als Braut im Lebenszyklus und – vermutlich noch wichtiger – als Reis andererseits. Damit verbindet die Göttin den landwirtschaftlichen Zyklus, in dem Reis Haupterzeugnis und Nahrungsgrundlage ist, mit dem Lebenszyklus und der Heirat im besonderen als auch mit dem Ritualzyklus.
Der Reis als Göttin - die Bedeutung des Reises lässt sich wohl am besten an der Vielfalt der Kategorien erkennen: man unterscheidet geschälten von ungeschältem Reis; rohen von gekochtem und vorgekochtem Reis etc. Die Göttin wird mit all diesen Formen identifiziert, was sich beispielsweise dadurch zeigt, dass Töpfe, die zum Abmessen des Reises benutzt werden, die Symbole der Göttin wie den Elefanten tragen. Diese Verbindung wird aber noch klarer mit Blick auf das Reisfeld, für das besondere Regeln gelten. So sollte man nicht mit Schuhen ins Feld gehen, um die Göttin nicht zu beleidigen. Noch zentraler ist die Idee, dass der Reis – die Göttin – unbedingt ins Haus gebracht werden sollte. Selbst wenn der Reis durch Schädlinge befallen ist und es für einen Landlord keinen ökonomischen Sinn macht, das Feld abzuernten, so wird er meistens dennoch seine Arbeiter beauftragen, den Reis einzufahren.
Man kann der Göttin nicht einfach den Respekt versagen und sie ignorieren. Dann zahlt man lieber drauf. In ähnlicher Weise werden die Felder selbst nach dem Schneiden des Reises nochmals abgesammelt, um die Göttin möglichst vollständig ins Haus zu holen.
Idealerweise sollte Lakshmi ins Haus geholt werden und es nie wieder verlassen. Dennoch muss der Reis, die Haupteinnahmequelle der Bauern, natürlich auch verkauft werden. Hier gelten auch besondere Vorschriften: Reis sollte nie an einem Donnerstag, dem heiligen Tag Lakshmis, das Haus verlassen. Er sollte auch nie komplett gehen, d.h. ein wenig Reis muss immer im Haus bleiben. Einmal beobachtete ich beispielsweise wie eine gerade ins Haus eingeheiratete junge Ehefrau den Reis, der beim Transport der Reissäcke heruntergefallen war, sammelte und dem Händler als rechtmäßigen Besitzer mitgeben wollte. Der Händler jedoch wies dies zurück, da die Göttin sonst nicht mehr im Haus präsent sei. Sie solle ihm diesen Teil einfach beim nächsten Mal, nach der nächsten Ernte mitgeben, wenn er wiederkomme, um den neuen Reis abzuholen. Zudem darf Reis nie über den Dreschplatz eines Haus verkauft werden, da dieser Platz auch auf besondere Weise mit Lakshmi assoziiert wird. Selbst wenn der Weg über den Dreschplatz günstiger wäre, um mit einem LKW nahe an das Haus heranzukommen, muss der Reis dennoch mitunter einen Umweg getragen werden, um die Göttin nicht zu verletzten.